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03ETAPPE / 09.11.1989–03.10.1990

Zwischen Euphorie und Unsicherheit

Dazwischen

ZWISCHEN ANPASSUNG UND AUFBRUCH 03 VON 04
03 / DIE ETAPPE

Die Mauer ist gefallen – aber was kommt jetzt?

Zwischen grenzenloser Freude und wachsender Unsicherheit verändert sich das Leben in der DDR beinahe täglich. Freie Wahlen, D-Mark, neue politische und wirtschaftliche Realitäten und eine Musikszene, die ihren alten Rahmen verliert. Wir begleiten die letzten Monate der DDR bis zum 3. Oktober 1990.

Eine Zeit voller Hoffnung und Abschied, in der aus zwei deutschen Staaten wieder einer wird.

01 / HÖREN

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Auf Kanal K anhörenOFFIZIELLER PODCAST · KANAL K · ETAPPE 03
02 / PERSPEKTIVE

Worum es in dieser Etappe geht.

Zwischen Euphorie und Unsicherheit

Eine Mauer zu öffnen ist das eine. Ein ganzes Land zu verändern, etwas völlig anderes.

Zwischen November 1989 und Oktober 1990 wird aus Aufbruch Freiheit – und aus Hoffnung werden Entscheidungen. Während die Euphorie über die geöffneten Grenzen noch überall spürbar ist, entstehen bereits neue Fragen: Was wird aus der DDR? Was wird aus Arbeit, Alltag und Identität? Und wie finden zwei so lange getrennte Lebenswelten wieder zusammen?

Diese Etappe erzählt von genau diesem Dazwischen: von Freude und Abschied, von neuen Möglichkeiten und verlorenen Sicherheiten – zwischen Euphorie und Unsicherheit.

03 / MUSIK

Die Musik dieser Etappe.

9 Lieder in der Reihenfolge der Sendung – und warum sie Teil dieser Etappe sind.

  1. Petra Zieger

    „Das Eis taut“

    Warum dieses Lied?

    Der Titel erschien 1989 – und kaum ein Lied scheint die Stimmung dieser Zeit treffender einzufangen. Was lange festgefroren und unveränderlich wirkte, geriet plötzlich in Bewegung. Grenzen öffneten sich, alte Strukturen brachen auf und nach dem Mauerfall war vieles möglich, was kurz zuvor undenkbar gewesen war. Aus einem ursprünglich nicht als politisches Lied gedachten Song wurde so ein musikalisches Symbol der Wende.

  2. Karusell

    „Marie“

    Warum dieses Lied?

    «Marie» feiert den Mauerfall nicht einfach, sondern richtet den Blick bereits auf das, was danach kommen sollte. Menschen aus Ost und West kommen sich wieder näher und für einen Moment scheint alles möglich. Doch zwischen Freude und Euphorie steht schon die Frage, wie zwei lange getrennte Lebenswelten wieder zueinanderfinden. Ein Lied zwischen Aufbruch und Nachdenklichkeit – wie geschaffen für den Morgen danach.

  3. Rockhaus

    „Wohin?“

    Warum dieses Lied?

    Der Titel greift eine Frage auf, die 1990 viele Menschen beschäftigt: Wir wissen, was hinter uns liegt – aber noch lange nicht, was vor uns liegt. Rockhaus blickt nicht nur zurück und feiert nicht einfach die Veränderung. «Wohin?» steht für Orientierungssuche in einer Zeit, in der die politische Richtung neu bestimmt wird und die Zukunft noch offen ist.

  4. Keimzeit

    „Irrenhaus“

    Warum dieses Lied?

    Die Aufnahmen entstanden noch unter den Bedingungen der DDR, veröffentlicht wurde das Album 1990 nach dem Fall der Mauer bei einem westdeutschen Label. Damit steht der Titel fast sinnbildlich für den Umbruch: Die alte Ordnung löst sich auf, die neue ist noch nicht gefunden – und mittendrin versuchen Musiker und Menschen, sich in einer völlig veränderten Welt neu zu orientieren.

  5. Ralf Bursy

    „Lebensroulette“

    Warum dieses Lied?

    Nach der ersten freien Volkskammerwahl ist eine politische Richtung gewählt – doch für den Einzelnen bleiben viele Fragen offen. Neue Möglichkeiten entstehen, alte Sicherheiten verschwinden und niemand weiss genau, was die kommenden Monate persönlich bringen werden. Genau in dieses Gefühl passt «Lebensroulette»: Die Richtung ist gewählt, aber wie die Reise ausgeht, ist noch völlig offen.

  6. ABBA

    „Money, Money, Money“

    Musikalische Markierung der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion.
    Warum dieses Lied?

    Am 1. Juli 1990 kommt die D-Mark in die DDR. Schaufenster, Geschäfte und das wirtschaftliche Leben verändern sich beinahe über Nacht. Der ABBA-Klassiker markiert in der Sendung diesen tiefen Einschnitt und den Moment, in dem Geld, Konsum und eine völlig neue wirtschaftliche Realität unmittelbar im Alltag ankommen.

  7. City

    „Wand an Wand“

    Warum dieses Lied?

    Deutschland rückt politisch schneller zusammen, als es sich viele wenige Monate zuvor hätten vorstellen können. Doch vierzig Jahre Teilung lassen sich nicht mit einer Unterschrift auslöschen. Ost und West haben unterschiedliche Erfahrungen und Lebenswelten entwickelt. Genau deshalb passt «Wand an Wand»: zwei Seiten, lange nah und zugleich fern, beginnen wieder zusammenzurücken.

  8. Karusell

    „Als ich fortging“

    Musikalischer Abschluss zum 3. Oktober 1990.
    Warum dieses Lied?

    Am 3. Oktober 1990 ist Deutschland wiedervereinigt – und gleichzeitig endet die Geschichte der DDR als eigenständiger Staat. «Als ich fortging» erzählt von Abschied und passt gerade deshalb zu diesem historischen Moment: zurückblicken, ohne zu vergessen, und trotzdem weitergehen. Ein leiser, nachdenklicher Titel für das Ende einer Geschichte und den Beginn einer neuen.

  9. Silly

    „Alles wird besser“

    Abschluss der Etappe / Übergang zu Etappe 4.
    Warum dieses Lied?

    Nach dem nachdenklichen Blick auf den 3. Oktober öffnet Silly am Ende der Sendung noch einmal den Blick nach vorn. «Alles wird besser» begleitet den Übergang zur letzten Etappe und zur Frage, was von einem verschwundenen Staat, seinen Menschen, Geschichten und seiner Musik bleibt.

EIN GEDANKE ZUR ETAPPE

Freiheit verändert alles. Auch die Fragen, die bleiben.

04 / VERTIEFEN

Hintergrund & Geschichten.