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04ETAPPE / ab 1990 bis heute

Was bleibt?

Nachklang

ZWISCHEN ANPASSUNG UND AUFBRUCH 04 VON 04
04 / DIE ETAPPE

Ein Staat verschwindet. Aber verschwinden damit auch seine Geschichten, seine Erinnerungen und seine Musik?

In der letzten Etappe schauen wir auf die Zeit nach der Wiedervereinigung. Was wurde aus den Künstlern und Bands des Ostens? Welche Songs überlebten den Umbruch? Und warum berührt diese Musik Menschen bis heute?

Eine Reise zwischen Erinnerung und Neuanfang und die Suche nach der Antwort auf eine ganz besondere Frage: Was bleibt?

01 / HÖREN

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02 / PERSPEKTIVE

Worum es in dieser Etappe geht.

Was bleibt?

Ein Staat verschwindet. Seine Menschen, Erinnerungen und seine Musik nicht.

1990 endet die Geschichte der DDR – aber für Millionen Menschen und für die Künstlerinnen und Künstler beginnt eine neue. Vertraute Strukturen verschwinden, neue Möglichkeiten entstehen und eine ganze Musiklandschaft muss ihren Platz in einem vereinten Deutschland neu finden.

Diese letzte Etappe blickt deshalb nicht nur zurück. Sie fragt, was geblieben ist: von den Bands, von den Liedern, von den Erinnerungen – und davon, wie sich Geschichte angefühlt hat.

03 / MUSIK

Die Musik dieser Etappe.

9 Lieder in der Reihenfolge der Sendung – und warum sie Teil dieser Etappe sind.

  1. Keimzeit

    „Kling Klang“

    Warum dieses Lied?

    Unsere letzte Etappe beginnt bewusst mit einer Band, die uns bereits begegnet ist – diesmal aber in einem Deutschland, in dem die Mauer gefallen und die DDR Geschichte ist. Für Keimzeit beginnt nach 1990 eine neue Phase: neue Bühnen, neue Plattenfirmen, ein neues Publikum und ein völlig neuer Musikmarkt. ‚Kling Klang‘ wurde Anfang der neunziger Jahre zu einem der bekanntesten Titel der Band und führt uns musikalisch hinein in die Zeit danach.

  2. IC Falkenberg

    „Da, wo die Abenteuer sind“

    Kein Lied über die deutsche Einheit – sondern ein musikalisches Bild für den Neuanfang.
    Warum dieses Lied?

    Nach dem Ende der DDR schlägt Ralf Schmidt, zuvor Sänger von Stern Meissen, unter dem Namen IC Falkenberg ein neues Kapitel auf. Der Titel wird zum musikalischen Bild für den Morgen danach: Die vertraute Welt liegt zurück, vor den Menschen liegen Freiheit und neue Möglichkeiten – aber auch eine Zukunft, von der noch niemand weiss, wohin sie führen wird.

  3. Gerhard Gundermann

    „Nach Haus“

    Warum dieses Lied?

    Gundermann erlebt den Umbruch nicht aus der Distanz. Er ist Liedermacher und zugleich Arbeiter im Braunkohletagebau. Während sich die Arbeitswelt des Ostens grundlegend verändert, eröffnen sich ihm musikalisch neue Möglichkeiten. ‚Nach Haus‘ führt dabei zu einer sehr persönlichen Frage: Was bedeutet Heimat, wenn sich die Welt um einen herum vollkommen verändert? Vielleicht ist Heimat kein Staat, sondern ein Ort, ein Mensch oder eine Erinnerung.

  4. Karussell

    „Solche wie du“

    Warum dieses Lied?

    Karussell gehört zu den Bands, an denen sich der Bruch nach 1990 besonders deutlich erzählen lässt. Nach Jahren des Erfolgs endet 1991 zunächst die gemeinsame Geschichte der Band; erst viele Jahre später kehrt Karussell zurück. Der Titel steht deshalb hier für eine grössere Frage: Was passiert mit einer Band, wenn die Welt, in der ihre Karriere entstanden ist, plötzlich nicht mehr existiert?

  5. Die Zöllner

    „Zwischen den Stühlen“

    Warum dieses Lied?

    Die Geschichte der Zöllner beginnt noch in der DDR, ihre Karriere entwickelt sich aber vor allem in den Jahren danach. Genau deshalb passt der Titel als musikalisches Bild so gut: zwischen zwei Zeiten, ohne sich für die alte oder die neue Welt entscheiden zu müssen. Die Band macht weiter – mit eigenen Ideen, eigenem Sound und einer Geschichte, die 1990 nicht endet, sondern erst richtig beginnt.

  6. Silly

    „Bye Bye“

    Das System hatte sich verändert. Die Haltung war geblieben.
    Warum dieses Lied?

    Nach 1990 ist die staatliche Kontrolle verschwunden, doch neue Erwartungen entstehen. Als eine westdeutsche Plattenfirma neue Silly-Songs ablehnt und besser vermarktbare Texte anbietet, entscheidet sich die Band dagegen. Silly geht den eigenen Weg weiter. ‚Bye Bye‘ steht in dieser Etappe deshalb nicht für einen politischen Abschied, sondern für eine Haltung: sich nicht verbiegen zu müssen, nur um erfolgreich zu sein.

  7. Puhdys

    „Ich will nicht vergessen“

    Warum dieses Lied?

    Der Titel entstand lange vor Mauerfall und Wiedervereinigung. Am Ende unserer Reise bekommt sein Name jedoch eine besondere Bedeutung. Nicht vergessen heisst dabei nicht, unkritisch zurückzuschauen oder alles bewahren zu wollen. Es bedeutet zunächst, sich zu erinnern – an Menschen, Geschichten, eine vergangene Zeit und an die Musik, die sie begleitet hat.

  8. Veronika Fischer

    „Unendlich weit“

    Letzter musikalischer Halt vor dem Finale.
    Warum dieses Lied?

    Unser letzter musikalischer Halt vor dem Finale führt noch einmal zurück zu einer der grossen Stimmen des Ostens. ‚Unendlich weit‘ wird zum Sinnbild für Zeit, Erinnerung und die Frage nach Bleiben und Gehen. Mehr als vier Jahrzehnte später bekommt der Titel für unsere Reise eine beinahe symbolische Bedeutung: Auch die Zeitspanne, durch die wir gemeinsam gereist sind, ist inzwischen unendlich weit.

  9. City

    „Am Fenster“

    Finaler Titel der Sendereihe – komplett ausgespielt.
    Warum dieses Lied?

    Ganz zum Schluss kehrt die Reise dorthin zurück, wo sie musikalisch begonnen hat. ‚Am Fenster‘ eröffnete unsere erste Etappe – und vier Etappen später schliesst derselbe Titel den Kreis. Dazwischen liegen mehr als fünf Jahrzehnte Musik, Geschichten und Erinnerungen. Ein bewusster Abschluss für die gesamte Reihe.

EIN GEDANKE ZUR ETAPPE

Ein Staat kann verschwinden. Eine Erinnerung nicht. Und manchmal ist es die Musik, die sie bewahrt.

04 / VERTIEFEN

Hintergrund & Geschichten.