Bei Tamara Danz und Silly schliesst sich der Kreis unserer gesamten Sendereihe auf besondere Weise.
In der DDR hatte die Band immer wieder Grenzen ausgelotet. Nach 1990 verschwindet die staatliche Kontrolle – doch neue Erwartungen entstehen.
1991 lehnt eine westdeutsche Plattenfirma bereits aufgenommene Silly-Songs ab. Die Texte seien zu sehr auf den Osten bezogen und zu düster. Stattdessen werden der Band Texte angeboten, die sich besser vermarkten lassen sollen.
Silly lehnt ab und sucht eine andere Plattenfirma.
Plötzlich begegnet uns wieder dieselbe Frage wie am Anfang unserer Reise: Wie weit muss sich ein Künstler anpassen, um gehört zu werden?
Nur derjenige, der die Anpassung verlangt, hat sich verändert.
1993 erscheint ‚Hurensöhne‘. Silly zeigt damit, dass die Band auch im wiedervereinigten Deutschland etwas zu sagen hat – nicht als weichgespülte Version ihrer selbst, sondern als Silly.
Vielleicht bedeutet künstlerische Freiheit eben auch: selbst entscheiden zu können, wann man Nein sagt.